2. Juli 2009
Dr. Hubert Burda wähnt sich enteignet. Von Google. Genauer: von Googles Suchmaschine. Die Suchmaschine , die seinen Webseiten kostenlos Leser zuführt, soll gefälligst dafür zahlen. Die Logik dahinter: Wer mir etwas schenkt, soll Geld dafür geben, dass ich es annehme.
Andere haben auf die verquere Logik von Dr. Burda reagiert und einiges gerade gerückt.
In diesem Zusammenhang fand ich das Bonmot des Tages bei Chat Atkins:
Das Internet hat irgendwie die Funktion der Verleger verlegt, so viel ist wahr – Autoren und Rezipienten bleiben übrig. Was prinzipiell mehr als genug ist …
PS
Als kleiner unbedeutender und unbezahlter Online-Publizist lebe ich ganz gut von Google. 30% bis 70% der Leserschaft beim Landboten kommen per Suchanfrage. Ohne Suchmaschinen schriebe ich wohl allein für Freunde und Verwandte.
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Verfasst von Andreas Pramann
13. Juni 2009
Am letzten Mittwoch war ich etwas erschrocken, als ich die neueste Ausgabe eines unserer beiden Anzeigenblätter las. 100.000 Euro Menschen würden an drei Tagen zu einem Sportereignis erwartet, das sich Mission Olympic nennt. Dabei können die Besucher an allen möglichen Aufbauten und Gerätschaften Punkte sammeln. Alle Punkte werden addiert und hoffentlich eine größere Summe ergeben als die Punktzahlen in drei anderen Städten, gegen die Göttingen antritt. Die Siegerstadt erhält 100.000 für den Breitensport.
Als Schulsportgeschädigter werde ich dieses Ereignis erst mal vorsichtig von außen beobachten. Möglicherweise lasse ich mich sogar zu einer Aktivität hinreißen, was ich aber nicht versprechen kann. Mein Verhältnis zum Sport entsprcht nämlich demjenigen, das man Winston Churchill nachsagt.
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Verfasst von Andreas Pramann
9. Juni 2009
Don’t drink and drive lautet ein guter Rat: Alkohol trinken und danach Auto fahren geht oft gut aber nicht immer. Deshalb lasse man diese Kombination besser bleiben.
In unseren modernen Zeiten, da sich das Internet mehr und mehr im Leben breit macht, birgt eine andere Kombination von Tätigkeiten Gefahren: No tweets and trips. Auf deutsch: das Verreisen und das gleichzeitige Versenden der frohen Botschaft per Twitter, dass man auf der Reise sei. Einbrecher lesen heutzutage nämlich auch auf Twitter und erfahren von leer stehenden Wohnungen.
Hier das Beispiel eines Videoproduzenten, der auf diesem Wege seine Ausrüstung verlor:
Could Twittering about your vacation put your home at risk?, USA Today/AP vom 8. Juni 2009
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Verfasst von Andreas Pramann
7. Juni 2009
Mein Eindruck vom Wahlkampf in Göttingen: es war eher ruhig. Christian Wulf war mal da. Etwas Stimmung kam auf, als Sahra Wagenknecht eine Rede im DGB-Haus für Die Linke hielt. CDU und FDP veranstalteten parallel eine Kundgebung vor dem Haus, worauf sich Besucher der Wahlveranstaltung spontan zu einer Gegendemo entschlossen. Letzten Mittwoch sprach Jürgen Trittin auf dem Wochenmarkt. Soweit die Prominenz.
Und sonst? Infostände am Sonnabend. Eine Gelegenheit zum Gespräch und zum kostenfreien Erwerb neuer Schreibgeräte. Flächendeckend plakatiert haben die im Bundestag vertretenen Parteien. Auffallend war, dass die SPD, soweit ich es gesehen haben, bis zum Ende ihre umstrittenen Plakate (”Finanzhaie” etc.) nicht geklebt hat. Damit hätte die Partei auch nur erklärt, warum andere Parteien gewählt werden, ohne ein Argument zu liefern, die SPD zu wählen. So lächelte also Frau Erika Mann von allen Plakatwänden.
32 Parteien und Gruppierungen kandidieren. Originell: die Bayernpartei wirbt im Norden für die Sezession des Freistaates. Mit dem Gedanken kann sich sicher mancher anfreunden. Die Violetten sind irgendwie spirituell. Um die Rentner kämpfen gleich zwei Parteien. Die Piraten erfreuen sich bei Nerds und Geeks einiger Beliebtheit.
Gewählt habe ich bereits. Mal seh’n, wie’s ausgeht. Richtig spannend wird es nur für die CSU. “Wir in Bayern” und nicht in Europa?
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Verfasst von Andreas Pramann
3. Juni 2009
Auf Spiegel Online steht ein Artikel über die Generation C-64, die an eben diesem Gerät von Commodore ihre ersten Erfahrungen mit dem Computer gemacht habe und sich nun politisch engagiere.
Inhaltlich will ich mich nicht damit auseinandersetzen, sondern nur zu Protokoll geben, dass ich zur Generation ZX81 gehöre. Der Sinclair ZX81 war mein erster Computer. Der kleine niedliche Kasten von der Größe einer Pralinenschachtel hatte eine Folientastatur, 1024 Byte RAM und wurde an den Fernseher angeschlossen. Massenspeicher war ein handelsüblicher Kassettenrekorder. Das Laden und Speichern der Programme dauerte nach meiner Erinnerung mehrere Minuten. Interessant war der Drucker. Es war ein etwa zwölf Zentimeter breites Gerät, für das man mit Metall beschichtetes Spezialpapier brauchte. Im Gerät war ein Gummiband auf zwei Zahnräder gespannt. Auf dem Gummiband saß ein Stück Draht, dessen eines Ende aus dem Gerät herausragte und dessen anderes Ende Kontakt zur Abdeckung hatte und über die dort befindliche Metallplatte unter Strom gesetzt wurde. Beim Druck rotierte das Gummiband. Sollte an einer bestimmten Position über dem Papier ein Pixel gedruckt werden, wurde der herausragende Draht an der richtigen Stelle unter Strom gesetzt, worauf die metallische Beschichtung des Papieres an eben dieser Stelle verdampfte und eine schwarze Schicht darunter freilegte. Druck bedeutete also Verdampfen von Metall auf dem Spezialpapier. Dadurch roch es beim Druck immer etwas.
Neben dem Drucker gabe es eine weitere Erweiterung: ein Modul mit sagenhaften 16 Kilobyte Ram.
Wozu war das Gerät gut? Man konnte Programieren lernen dank der eingebauten Programmiersprache Basic. Es war ein relativ preiswerter Einstieg in die praktische Informatik. Von den kommerziellen Anwendungsprogrammen ist mir eine recht gute Tabellenkalkulation in Erinnerung geblieben. Programme für das Gerät tippte ich in jener Zeit aus Computerzeitschriften ab, was ein ziemlich müsames Unterfangen war.
Insgesamt taugte das Gerät kaum für einen praktischen Einsatz, sondern diente dazu, die Comptertechnik kennen zu lernen.
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Verfasst von Andreas Pramann
26. Mai 2009
Die Hausfrau Alicia Istambul hatte im Jahre 2007 plötzlich keinen Zugang mehr zu ihrer Facebook-Seite. Der Grund: Facebook besteht auf den echten Namen seiner Nutzer und sortiert Mitglieder mit vermuteten falschen Namen aus. Der Name Istambul erschien der Firma ein solcher Fake zu sein. Frau Istambul musste erst Facebook kontaktieren, um ihre Seite zurück zu bekommen.
Frau Istambul ist Amerikanerin. Kann Ärger dieser Art auch Deutschen passieren? Mit einem ungewöhnlichen Namen scheint mir das auch hierzulande auf der deutschen Seite von Facebook prinzipiell möglich zu sein. Und so suchte ich nach Namen, die die Firma als Scherz auffassen könnte, wären die Träger Mitglied im sozialen Netzwerk. Hier einige Beispiele, also Namen echter Personen:
Wilma Feuerstein
Fred Feuerstein
… Fick-Guthmann
Frank Frank
Franz Franz
Friedrich Nietzsche
… Würstchen
Quellen:
Real users caught in Facebook fake-name purge,SFGate (San Francisco Chronicle) vom 25. May 2009, Autorin: Barbara Ortutay, Associated Press
ECHTENAMEN.DE , Personen alphabetisch
Update:
Der AP-Artikel ist jetzt auch auf deutsch erschienen:
Facebook wirft Nutzer mit ungewöhnlichen Namen raus, Spiegel Online vom 31. Mai 2009, Autorin: Barbara Ortutay, AP
Mir scheint, Facebook ist ziemlich überfordert.
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Verfasst von Andreas Pramann
24. Mai 2009
Einige Bundesländer haben Red Bull Cola aus dem Verkehr gezogen, da Spuren von Kokain darin waren. Die Firma sagt dagegen, die in der eigenen Cola verwendeten dekokainierten Cocablattextrakte, Quelle der gefundenen Kokainmoleküle, seien ein üblicher Zusatzstoff vieler Lebensmittel. Zu 100% dekokainiert können Cocablätter also offenbar nicht werden. Das scheint aber bisher toleriert zu werden. Bewegt sich Red Bull in den erlaubten Grenzen, wäre die Aktion der Lebensmittelaufsicht erfolgreiches Marketing.
Ich gebe hiermit zu, das Getränk schon einmal zu mir genommen zu haben. Zur Markteinführung überreichte man mir eine Warenprobe. Danach habe ich keinerlei Veränderungen an mir festgestellt.
Quelle:
Behörden verbieten Kokain-Cola, sueddeutsche.de vom 23. Mai 2009
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Verfasst von Andreas Pramann